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Interview

Interview

Fünf Fragen an Kalle Siegel, Geschäftsführer der Strickerei Siegel, zur Entstehung einer sinnhaften Marke

Wie ist die Marke RYMHART entstanden, gab es ein Konzept?

Ich bin gerne draußen und wollte für mich einen Pullover bauen, der zuverlässig wärmt und länger hält als eine Saison. Ich habe lange an der Strickmaschine rumprobiert und als ich zufrieden war, wollte mein Sohn auch so’n Ding haben. Dann sein Kumpel, und so ging es los ... ich hatte keine Ahnung, wie ich so einen Pullover unter die Leute bringe, aber die Nachfrage war von Anfang an da und so war 2011 die Marke RYMHART geboren. Beim Direktvertrieb zu bleiben war nur folgerichtig, denn wir wollen ja den Kontakt zum Kunden. Und so machen wir bis heute alles selbst – von der Entwicklung bis zum Vertrieb.

Ich habe die ersten Troyer also ohne Konzept gebaut – aber mit Überzeugung. Meine Ansprüche waren der Maßstab. Dass daraus eine Marke wird, die so gut in die Zeit passt, hätte ich damals nicht gedacht. RYMHART ist zeitgemäß, weil wir uns auf das Wesentliche besinnen, anstatt Trends hinterherzurennen. Gutes Handwerk ist unsere Grundlage für Langlebigkeit. Festzustellen, dass das Anklang findet und geschätzt wird, ist ein großes Glücksgefühl.

Du magst den Begriff Sinnhaftigkeit – was bedeutet das für dich und für RYMHART?

Troyer gab es vor hundert Jahren schon genau so – und heute haben sie wieder einen Sinn, weil sie aus Naturmaterial sind, hier vor Ort hergestellt und auf lange Haltbarkeit ausgelegt sind. Das gängige Wort dafür ist Nachhaltigkeit. Wir verarbeiten nur 100 % reine Wolle ohne Superwash-Veredelung. Deshalb wäre ein Troyer sogar vollständig biologisch abbaubar! Aber den Fall wird es wohl nie geben, wir kriegen den immer wieder hin. Sinnhaftigkeit heißt auch, dass alles miteinander verbunden ist. Deshalb fangen wir zum Beispiel an, auch unsere Werbepartner danach auszusuchen, ob sie zu unseren Werten passen. Wir gucken uns genauer an, wo unser Budget da hingeht. Oder wir sorgen dafür, dass Verpackung und Versand umweltverträglich sind und wir orientieren uns in unserem Wirtschaften zunehmend an den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie.

Worauf legst du als Unternehmer Wert?

Ich habe die Strickerei von meinem Vater übernommen, der hat sie direkt nach dem Krieg gegründet und ist mit dem Wirtschaftswunder gewachsen. Einen gewissen Wohlstand anzuhäufen war sicherlich sein Ziel. Seitdem hat sich viel getan – auch auf dem Textilmarkt. Wir sind inzwischen wieder kleiner als zu Hochzeiten, aber stabil. Wachstum interessiert mich nicht so – mir ist es wichtiger, der nachfolgenden Generation ein System, eine Welt zu hinterlassen, die zukunftsfähig ist. Die Wegwerfmentalität und der Fast-Fashion-Wahnsinn können nicht funktionieren, das muss anders gehen. Deshalb gehört für mich auch das Bewahren dazu. Das lässt sich auf viele Bereiche anwenden: Einige meiner Mitarbeiter gehören bereits über vierzig Jahre zur Strickerei Siegel, die Strickmaschinen, auf denen die Troyer entstehen, sind aus den 90er Jahren, die Beziehung zu unseren Garnlieferanten wurden schon von meinem Vater gepflegt. Das sind nur ein paar Beispiele, die alle zur Qualität von RYMHART beitragen.

Wertschöpfung durch Bewahren und Erhalten ist auch unser Anliegen beim Service. Wir wollen gar nicht ständig neue Artikel auf den Markt schmeißen und die Leute zum Kaufen anstiften, sondern wir bieten den Kunden an, ihre Stücke zu reparieren, aufzufrischen oder sogar in Zahlung zu nehmen.

 



Wie sieht der Kontakt mit euren Kunden aus?

Wichtig ist uns, dass wir ansprechbar sind. Wir beraten persönlich und tun alles dafür, dass jeder Kunde ein Produkt erhält, das im Idealfall ein täglicher und lebenslanger Begleiter wird. Ob am Telefon, im Werkverkauf, auf Messen oder per Mail, vor und nach dem Kauf. Außerdem liefern wir ne Menge Information und Hintergründe auf unserer Homepage. Nicht weil eine Agentur uns gesagt hat, dass wir ‚content marketing‘ machen sollen, sondern weil wir transparent sein wollen und uns Gedanken machen. Die teilen wir gerne und das wird gelesen.

Entsprechend ausführlich ist auch das Feedback, das wir bekommen. Unsere Kunden sind ganz unterschiedlich, wir haben alle Altersgruppen, Stadt- und Landmenschen und übrigens auch etwa ein Drittel weibliche Kundschaft. Einige freuen sich, endlich eine Qualität ‚wie früher‘ gefunden zu haben, andere tragen Troyer oder Jacke täglich und bei den unterschiedlichsten Aktivitäten. Alle lieben ihren RYMHART, wenn er dann passt oder passend gemacht wurde. Und wir hören und lesen immer wieder, dass der vergleichsweise stolze Preis sich durch einen Gegenwert rechtfertigt, der Sinn ergibt.

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Wir entwickeln uns weiter, klar - aber sutsche. Für jedes neue Produkt nehmen wir uns Zeit, damit es so langlebig wird wie der Troyer. Wenn wir wachsen, wollen wir gesund und für alle sinnhaft wachsen. Wir können uns einiges vorstellen und sind immer am Tüfteln – aber immer der Einfachheit verpflichtet.

Wenn ich nach vorne sehe, kann ich den alten friesischen Kapitänsspruch immer wieder anwenden, der zu unserem Markennamen geführt hat: „Rym Hart - klaar Kiming“ Weites Herz, klarer Horizont!

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