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Soziale Verantwortung

Wer zahlt den Preis für Fast Fashion?


Fast Fashion steht für schnell und extrem günstig produzierte Bekleidung, überwiegend in China oder Bangladesch, die in Europa massenhaft konsumiert wird und zum Wegwerfartikel geworden ist.

Dass das auf Dauer keine Perspektive für ein gesundes globales Wirtschaften ist, beschäftigt hierzulande auch die Politik:

In beiden Regierungsparteien wird derzeit ein Gesetz diskutiert, das deutsche Unternehmen zur Verantwortung ziehen will für die Produktionsbedingungen ihrer ausländischen Zulieferer.
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) arbeiten gemeinsam an einem Entwurf für ein Lieferkettengesetz.

Es soll branchenübergreifend für Unternehmen ab 500 Mitarbeitern gelten, denn nicht nur die Textilbranche ist für Missachtung der Menschenrechte bekannt, auch in der Lebensmittelproduktion sind die Bedingungen für Mensch und Natur häufig unwürdig, ausbeuterisch und (gesundheits-)schädlich.

Derzeit stößt die Initiative für das Lieferkettengesetz noch auf heftigen Widerstand aus der Wirtschaft. Allerdings gibt es inzwischen auch einige namhafte Unternehmen, die verbindliche Vorgaben für soziale und ökologische Mindeststandards befürworten.

Aus unserer Sicht ist es höchste Zeit, dass die Politik eingreift, denn ausbeuterische Produktionsbedingungen herrschen nicht nur im Fast Fashion-Bereich.

Längst ist bekannt, dass auch der Großteil sogenannter Marken- oder Designermode in Bangladesch oder China, den beiden Hauptexporteuren für Bekleidungstextilien, gefertigt wird. Unter den gleichen ungesunden Bedingungen in denselben Fabriken.

Im Einzelhandel stehen dann aber bis zu dreistellige Beträge auf dem edlen Preisschild – zumindest solange die Ware neu und 'topaktuell' ist.

Dreistelliger Verkaufspreis - wie entsteht dieser Wert?

Schon bald darauf steht die neue Saison an, neue Ware wird geliefert und der Preis wird plötzlich drastisch reduziert, ja manchmal sogar halbiert.

Das Geschäft funktioniert also offensichtlich immer noch ganz gut, auch wenn die Marge, um die es sich bei dem dreistelligen Betrag ja ganz offensichtlich handelt, verknappt wird.

Spätestens jetzt sollte jeder aufmerksame Verbraucher neugierig werden und die Preiskalkulation von Markenkleidung hinterfragen.

Ein Posten, der sicher ins Gewicht fällt, ist die aufwendige Werbeproduktion, die der Marke ihre vermeintlich wertvolle Bedeutung ja erst einmal verleihen muss. Es muss schließlich eine Nachfrage erzeugt werden, die das Angebot dreistellig werden lassen kann.

Ganz sicher finden Filmdrehs und Fotoshootings mit glamourösen Models aber nicht in den Herkunftsländern der Mode statt, auch die Mediaagenturen haben ihren Sitz nicht dort.
Vom Umsatz der Werbeagenturen und vom Media-Budget haben die Menschen an den Produktionsstandorten also nichts.
Die, wenn man so will, künstliche Wertschöpfung findet in der Verkaufsregion statt.

Globales Ungleichgewicht zwischen Produktion und Konsum

Nachdenklich werden wir immer dann, wenn Skandale durch die Medien gehen.
Der Einsturz der Rana PlazaTextilfabrik in Bangladesch 2013 mit über 1.100 Toten, oder zuletzt im Frühjahr 2020 die Effekte des Lockdown, sorgen kurzzeitig für Wirbel.

Weil Europäer durch die Corona-Sicherheitsmaßnahmen einige Wochen nicht im Einzelhandel kaufen konnten, blieb der kalkulierte Umsatz aus.
Große Handelsketten stornierten daraufhin ihre Aufträge am anderen Ende der Welt - plötzlich und ersatzlos.
Während wir in Nordeuropa uns mit den vermeintlich gravierenden Einschränkungen der moderaten Ausgangssperre arrangierten, standen dadurch in Asien zigtausende Arbeiterinnen von heute auf morgen arbeitslos und ohne Perspektive oder Absicherung auf der Straße.
Sozialversicherungen oder Arbeitnehmer-Schutz sind in Bangladesch oder China leider immer noch eine Seltenheit – ein Grund, weshalb sie für große Mode-Labels so interessant sind.

Ironisch, wie stark zur gleichen Zeit die Aufregung war, als ein großer deutscher Sportartikel-Hersteller meldete, seine Mietzahlungen vorübergehend auszusetzen - für seine Läden in Europa wohlgemerkt, angemietet bei internationalen Immobilienkonzernen.
Dass auch die beliebten Sportartikel zu etwa 70 % in Asien gefertigt werden, fand kaum Erwähnung.



Butter bei die Fische: Solange in der Politik noch diskutiert wird, ist jeder Einzelne gefragt. Wenn wir als aufgeklärte Verbraucher – und damit als Teil 'der Wirtschaft' – bereit sind, große Beträge für Kleidung auszugeben, dann könnten wir auch hinterfragen, wie sich der Verkaufspreis zusammensetzt oder genauer: wer wieviel davon abbekommt. Und ob wir als Kaufender eine soziale Verantwortung haben.

Idealerweise suchen wir uns Hersteller, von denen wir wissen, dass sie diese Verantwortung übernehmen. Fair produzierte Modemarken sind inzwischen keine Randerscheinung mehr. Mehr zu bezahlen, als wir es von Fast Fashion gewohnt sind, kann sich auch gut anfühlen, wenn man weiß wo das 'mehr' landet.

Transparenz sollte ein Kaufkriterium werden.

RYMHART entsteht in einem über 70 Jahre alten Familienbetrieb, in dem nicht wenige Mitarbeiter bereits seit Jahrzehnten tätig sind und während ihrer Arbeitszeit manche Veränderung miterlebt haben.
Dass sie ihren Arbeitsplatz in einer der letzten vollstufigen Strickereien in Deutschland auch noch in den kommenden Jahren behalten, scheint zunehmend durch unsere Marke RYMHART gesichert, so die Hoffnung und die sich abzeichnende Entwicklung.

Die andere Produktlinie der Strickerei, eine Damenoberbekleidungskollektion, die über den Einzelhandel vertrieben wird, kann durch sinkende Nachfrage immer weniger zum Erhalt des Standortes beitragen.
Wir sind deshalb froh und zuversichtlich, mit unseren Klassikern aus 100 % Wolle im Direktvertrieb und damit im direkten Austausch mit unseren Kunden, die Strickerei und ihre Belegschaft in die Zukunft zu begleiten.

Darüber hinaus wollen wir zum Umdenken anregen und unseren Teil dazu beitragen, dass sich das kollektive Bewusstsein für Wertschätzung und Wertschöpfung ändert.



Unsere Empfehlung zum Weiterlesen: Ein Audio- und Textbeitrag zum geplanten Lieferkettengesetz vom 21. Juli 2020 des Bayerischen Rundfunks

Außerdem ein Blick auf eine exemplarische Kostenaufstellung:

Vor fünf Jahren schlüsselte das Hamburger Statistikunternehmen Statista Verkaufspreis eine Jeans auf, die in einem britischen Supermarkt für umgerechnet 22 US-Dollar angeboten wurde. Die Position der Lohnkosten gehörte zu den kleineren Beträgen dieser Aufstellung und lag deutlich unter einem Dollar.




Bild: Artem Beliaikin / Unsplash


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